Werkstatt

 
   
   
   

Funkamateure löten und experimentieren gern. Diverse Mess- und Prüfgeräte helfen dabei. Manchmal, denn wer viel misst, misst auch viel Mist, deshalb schmort auch schon mal etwas weg. Aber das ist der ganz normale Schwund. Eine Funkbude ohne gelegentlichen Amperegeruch ist keine Funkbude.

Meine Frau betritt mein Shack* nur sehr ungern. Sie sagt: "Mit feuchten Händen darf man dort nichts anfassen!" Ich meine, man sollte auch mit trockenen Händen vorsichtig sein!

* Funkamateure nennen ihre Funkbuden "Shack". Das kommt auch aus dem englischen und bedeutet frei übersetzt "Bretterbude", "Bretterverschlag" oder "Remise".

 

   
Platz ist in der kleinsten Hütte. Mangels Ausbreitungsbedingungen um den heimischen Herd musste ich damals kleine Kompromisse eingehen. Ich nutzte einen Wandschrank als "Arbeitsplatz". Hierfür brachte ich die obere Ablage auf Tischhöhe und baute zwei Deckenleuchten sowie ein paar Steckdosen in den Schrank. Regale, Schubladen, diverse Halterungen für Werkzeuge und Sortimentkästen, fertig war die kleine Glückseligkeit.
   
Davor musste ich mich ständig in der Essecke ausbreiten. Irgendwie war das doch störend und kam auch nicht gut, wenn mal wieder Kleinteile im Teppich stakten oder abgekniffene Drahtstückchen in der Gardine hingen. Da war mein kleiner Bastelschrank doch gleich eine ganz andere Nummer und für damalige Verhältnisse der absolute Bringer.
   
Klempnerarbeit vom Feinsten. Elektronisch stabilisiertes Netzgerät, regelbar von 1,5 bis 30 Volt. Das Gerät wurde von mir vor über 20 Jahren gebaut, und es läuft, und läuft, und läuft, und läuft......... Na ja, ich glaube, fast jeder Amateur hat mit solchen Schaltungen erste Erfahrungen gesammelt.
   
Ab hier wurde es dann geringfügig komplizierter. Damals, so um 1983, kam die Betriebsart "Packet-Radio" ganz groß raus. Spezialisten experimentierten schon länger damit, aber jetzt konnte der Amateur mit etwas Aufwand an dieser sehr interessanten Spielart teilhaben. Der C64 machte es möglich. Pfiffige Funkamateure hatten entsprechende Programme geschrieben und diese kostenlos weitergegeben. Packet-Radio wurde damit zum Renner. Neben einem C64 benötigte man dann noch ein entsprechendes Modem. Bauanleitungen kamen in den Umlauf, und so machte ich meinen Lötkolben heiß und legte los. Dabei herausgekommen ist dieses Packet-Radio Modem Marke Eigenbau.
   
Hier noch die Frontansicht auf das Modem. Ich legte damals schon Wert auf eine ordentliche Verpackung. Gesteuert wurde das Modem über den Cassettenport des C64.

Die Terminalsoftware "Digicom" generierte eine 80 Zeichen Darstellung auf den damals üblichen Monochrom-Grün oder Bernsteinfarbenen Monitoren. Es machte eine Menge Spass.

Mit diesem Modem und dem C64 mit dem Terminal-Programm "Digicom" konnte ich von nun an mit 1200 Baudot Daten via Funk austauschen (Man achte auf den abgesägten Pinselstiel, der die Abstimmanzeige haltert!). Zunächst benutzten wir noch einige Frequenzen im 2m Band. Anfangs arbeiteten auch einige Digipeater dort. Man verschob die Aktivitäten dann aber doch auf das 70cm Band. Auch auf Kurzwelle machte man Versuche mit 300 Baudot. Dies erwies sich jedoch als wenig sinnvoll, da man kaum Stationen fand und der Störpegel auf KW sein übriges zum Nichtgelingen beitrug. So etablierte sich PR zunächst vollends auf dem 70cm Band wo immer mehr Digipeater und Mailboxen entstanden.

 

   
Dieses kleine Selbstbauobjekt stellt eine künstliche Antenne dar und entstand auch vor über 20 Jahren in meiner Hobby-Bleischmiede. Der Dummy arbeitet allerdings nur im unteren KW Bereich gut. Ab 40 Meter abwärts beträgt das VSWR < 1:1,5. Genau dafür war er aber auch ausgelegt. Meinen mit Röhren bestückten KW-Transceiver TS 530 SP von Kenwood, den ich vorwiegend für 40 und 80 Meter einsetzte, konnte ich mit diesem Dummy auf Leistung abstimmen, bevor ich ihn auf die Antenne schaltete.

Verlötet wurden in paralleler koaxialer Bauweise 20 Zementwiderstände zu je 1000 Ohm und einer Belastbarkeit zu je 5 Watt. Rechnerisch ergibt das einen Gesamtwiderstand von 50 OHM bei einer Gesamtbelastbarkeit von 100 Watt. Zwei mit Kupfer beschichtete Pertinaxplatten wurden mit einer Laubsäge kreisrund zugeschnitten und die Widerstände an beiden Enden gleichmäßig verlötet. Die obere Platte stellt die Masse, die untere das heiße Ende dar. Mit einem dicken Silberdraht wurde in der Mitte die untere Platine mit dem Innenleiter der PL-Buchse verlötet. Als Schirmung dient eine Dose aus Weißblech. 

 

   
Mir ist noch in Erinnerung, dass ich diese Schaltung für den C64 in Windeseile zusammenlötete. Im Prinzip ein einfacher A/D Wandler. Die Software war für RTTY, CW und FAX ausgelegt. Die rote LED blinkte im Takt des Fernschreibsignals mit und war als kleine Abstimmhilfe gedacht.
   
   
   
   
   
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