RTTY - Radio Teletype - Funkfernschreiben 
     
       - RYRYRYRYRYRYRYRYRYRYRY - (Schleife) als Lochstreifen
     
           

    - CQ CQ CQ de DL3BN DL3BN DL3BN PSE K - als Lochstreifen

     

     

    Wenn Sie sich einen eigenen Lochstreifen als Grafik generieren lassen möchten, dann klicken Sie auf einen der beiden abgebildeten Lochstreifen.

     

     Einblick in die Arbeitsweise einer mechanischen Fernschreibmaschine

    Möchten Sie eine Fernschreibmaschine in Aktion sehen? Dann klicken Sie bitte auf die Grafiken!

     

     

    Mechnischer Fernschreiber

    Lochstreifen stanzen

    Lochstreifen senden

     
     

    TIP!

     Lautstärke ruhig einmal hochdrehen!

    Die Videos wurden mir freundlicherweise von  www.ddr-rechentechnik.de  zur Verfügung gestellt.

     
    RTTY, was ist das?
     
    Funkfernschreiben (RTTY abgeleitet vom kommerziellen TTY) ist gleich nach der Telegrafie und dem Sprechfunk die älteste Betriebsart im Amateurfunk. Obwohl inzwischen modernere Betriebsarten wie z.B. Pactor entwickelt wurden, ist RTTY in der Beliebtheitsskala immer noch weit oben anzusiedeln. RTTY-Stationen kann man täglich auf den Kurzwellenbändern hören.
    Lässt sich das Telefonieren (Phone, Sprechfunk) mit einem Mikrofon, oder das Telegrafieren mit der Morsetaste noch recht einfach darstellen, wird es beim Fernschreiben schon etwas komplizierter. Fernschreiben gehört zu der ersten echten digitalen Übertragungsart. Dem zu Grunde liegt das "Internationale Telegrafenalphabet Nr. 2", kurz "ITA 2" genannt. Dieses Alphabet legt für jeden Buchstaben, für jede Zahl oder Sonderzeichen einen 5 Bit Code fest. Dies bedeutet, dass jedes Zeichen aus 5 Schritten besteht. Es können max. 32 Zeichen  (Buchstaben, Zahlen, Satz- und Steuerzeichen) dargestellt bzw. übertragen werden. Der überwiegende Teil der Zeichen ist doppelt belegt. Durch die beiden Steuerzeichen "Bu" und "Zi" (in der Tabelle als "A..." und "1...! dargestellt) kann zwischen den beiden Ebenen umgeschaltet werden. Als Beispiel kann man aus der abgebildeten Tabelle ersehen, dass sich aus der Kombination 11101 das "Q"  bildet.
     

     
    Wie bringt man jetzt aber dieses "Q" über den Sender zum Empfänger?
     
    In der Digitaltechnik gibt es zwei Betriebszustände. 1 = Strom an, 0 = Strom aus. Man weist diesen beiden Betriebszuständen je eine Tonfrequenz zu. Die "1" erhält eine Tonfrequenz von 1445 Hz, die "0" 1275 Hz. Man nennt diese Tonfrequenzen "Mark" (1) und "Space" (0). Um den Buchstaben "Q" nun zu generieren, tastet eine Elektronik die beiden Frequenzen im Takt "11101" um. Die Zeitspanne für jeden Einzelschritt beträgt hier 22 Millisekunden. Der bei der Umtastung der beiden Tonfrequenzen entstandene Differenzbetrag wird als "Shift" bezeichnet. Die Shift ergibt sich aus 1445 Hz (Mark) minus 1275 Hz (Space) = 170 Hz. Diesen Gesamtvorgang bezeichnet man als "AFSK" (Audio Frequency Shift Keying).
     
    Aus 5 Schritten werden 7,5 Schritte ... oder Start und Stop!
     
    Bevor man den Sender mit dem AFSK-Signal moduliert, muss jedes Zeichen noch eine Information in Form eines Startbits und eines Stopbits mit auf den Weg nehmen. Damit der Decoder auf der Empfängerseite die Zeichen sicher auswerten kann, müssen zusätzliche Bits als Zeichenbegrenzung übertragen werden. So wird vor dem 5-Bit Zeichen ein 0-Bit als Startbit gesendet und nach dem dem 5-Bit Zeichen ein 1-Bit als Stopschritt. Damit dieser Stopschritt sicher erkannt werden kann, erhält er eine Länge von dem 1,5 fachen eines normalen Bits. Als Beispiel bezogen auf den Buchstaben "Q" lautet die komplette Sequenz nun 0111011, wobei das Stopbit eine Länge von 33 Millisekunden hat. Für die komplette Übertragung benötigt man also 7,5 Schritte.
     
    Das große Rätsel um die 45,45 Baud
     
    Die Frage die sich immer wieder stellt, ist die Frage nach der Übertragungsgeschwindigkeit von diesen ominösen 45,45 Baud. Der Fernschreibverkehr im Amateurfunk wird international einheitlich mit dieser Geschwindigkeit gefahren. Aber warum? In Deutschland hatte man damals das erste funktionierende Telex-Printer Netz weltweit in Betrieb genommen; und zwar mit 50 Baud! Warum hatte man dieses System nicht übernommen? Die Frage lässt sich nicht abschließend klären. Fakt ist jedoch, dass die Geschwindigkeit 45,45 Baud ihren Ursprung in den USA hat. Amerikanische Funkamateure waren die ersten, die mit Fernschreibsignalen auf die Bänder kamen. Das war zu Zeiten, als der Fernschreibverkehr in Europa und anderen Teilen der Welt noch nicht zugelassen war. In der Bundesrepublik Deutschland gehörte RTTY zu Beginn noch zu den Sonderbetriebsarten, für die man eine gesonderte Genehmigung benötigte. Um nun eine Kompatibilität untereinander sicher zu stellen, einigte man sich im Amateurfunk weltweit auf 45,45 Baud.
    Die Geschwindigkeit von 45,45 Baud ist das Produkt aus Vorgaben und einem guten Kompromiss zur Störsicherheit. Als Vorgabe galt es, sechs Buchstaben pro Sekunde übertragen zu können. Daraus ergibt sich auch die Länge eines Bits, gemessen in Millisekunden. Nach dem "Western Union Standard" entspricht das einem Durchsatz von ~60 WPM (Wörter/min). Mathematisch ergibt sich daraus folgende Rechnung:
     
    5 Bit (Zeichen) + 1 Startbit + 1 Stopbit (1,5) = 7,5 Schritte
    1 Sec / 7,5 Schritte / 6 Zeichen = 22,22~ gerundet 22 Millisekunden.
    1 Sec. = 1000 ms / 22 ms = 45,45 Baud.
     
    Die Geschwindigkeit von 45,45 Baud ergibt sich also aus der Vorgabe (6 Buchst./min) und dem nach ITA 2 festgelegten Code von 7,5 Schritten / Zeichen.
     
    Im Vergleich der Systeme:
    45,45 Baud - Datenbit 22 ms - Stopbit 33,0 ms = 45,45 Baud oder 60,61 WPM
    50Baud-EU - Datenbit 20 ms - Stopbit 30,9 ms =  50,00 Baud oder 66,67 WPM
     
    Hören Sie sich ein RTTY Signal an. Bitte hier klicken! Sie hören deutlich die beiden Tonfrequenzen "Mark" und "Space" in der Umtastung.

     Typischer RTTY Empfang auf dem 20 Meter-Band.
     KW-Empfänger und Telereader CWR 685 E in Kombination.
     

    Der Telereader CWR 685 E ist ein "Stand-Allone-Gerät" der Spitzenklasse. An meiner Station tut er jetzt seit fast zwei Jahrzehnten seinen Dienst. Dieses Gerät kam nicht nur bei vielen Amateuren zum Einsatz, auch so manche kommerzielle Station verwendete ihn. Durch seine besondere Filtertechnik kommt der Telereader auch mit schwierigen Empfangssituationen zurecht und gibt den Text sicher auf dem integrierten Bildschirm wieder.

     
     
    Sendeseitig ist der Telereader nach dem anschließen der Tastatur und den üblichen Verbindungen zum Tranceiver (AFSK-Signal und Sendertastung) ohne Probleme einzusetzen. Nach dem heutigem Standard bietet er nicht mehr den Komfort (hier insbesondere die Speichermöglichkeit von Texten) wie ein Computergestütztes System (z.B PK232), dennoch ist diese 80er Jahre Technik ganz einfach geniales "State of the Art. Sie kann durch Soundkartensysteme nicht übertroffen werden.
     

     
     
    Vergrößerter Bildausschnitt. Ein Amateur aus England (G4XOP) im QSO mit  einer Station aus Ägypten (SU1KM).

    Die gepunkteten Zeilen unten im Monitor stellen den Sendepuffer dar. Diese Aufteilung hat sich auch bei anderen Systemen durchgesetzt und macht im praktischen Betrieb durchaus Sinn. Während der Text des QSO Partners einläuft, kann der Antworttext bereits vorgeschrieben werden.

     






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